Salutogenese

wird abgeleitet vom lat. Salus für Gesundheit, Wohlbefinden Genese abgeleitet vom griech. und bedeutet Entstehung. Salutogenese bedeutet so viel wie Gesundheitsentstehung oder eben Ursprünge von Gesundheit.

[1] Der israelisch-amerikanische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923–1994) prägte den Ausdruck in den 1970er Jahren als komplementären Begriff zu Pathogenese. Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen.
Antonovsky entwickelte die Salutogenese als ein Konzept der Entstehung von Gesundheit.[2]
Ins Zentrum seiner Antwort auf die Frage „Wie entsteht Gesundheit?“ stellt Antonovsky einen sense of coherence (SOC) einen „Sinn für Kohärenz“, ein „Kohärenzgefühl“.

„Das Kohärenzgefühl ist eine globale Orientierung, die ausdrückt, in welchem Ausmaß eine Person ein durchdringendes, dynamisches Gefühl des Vertrauens darauf hat, dassdie Stimuli, die sich im Verlauf des Lebens aus der inneren und äußeren Umgebung ergeben, strukturiert, vorhersehbar und erklärbar sind; die Ressourcen zur Verfügung stehen, um den Anforderungen zu begegnen, die diese Stimuli stellen; diese Anforderungen Herausforderungen sind, die Anstrengung und Engagement lohnen.“

– Aaron Antonovsky: Salutogenese. Zur Entmystifizierung der Gesundheit. 1997, S. 36

Das Kohärenzgefühl wird nach Antonovsky von drei Komponenten gebildet:

der Verstehbarkeit, dem Gefühl von Bedeutsamkeit und der Handhabbarkeit (als subjektive Größen bzw. Fähigkeiten).

Um dieses Kohärenzgefühl zu messen, hat er einen „Fragebogen zur Lebensorientierung“ mit 29 Items entwickelt, der nach der Ausprägung dieser drei Komponenten fragt.[3]

Gesundheit und Krankheit sind für Antonovsky sowohl von Subjektivität geprägte Erlebnisse als auch von objektiven Faktoren bedingte Zustände, deren Ausprägung auf Gesundheits-Krankheits-Kontinuen gedacht werden kann. Bei jedem Menschen können wir gesunde und kranke Aspekte feststellen, solange er lebt. „Ganz gesunde Menschen gibt es nicht – es gibt nur nicht ganz gründlich untersuchte“. Jeder kann auf einem Kontinuum lokalisiert werden und ist damit nicht entweder gesund oder krank, sondern immer sowohl gesund als auch krank, mehr oder weniger gesund.

Antonovsky betont, dass Gesundheit ein mehrdimensionales Geschehen ist und stark mit den sozialen und kulturellen Kontexten verbunden ist. Allerdings meint er, dass seine Messung des SOC und der Zusammenhang zur Gesundheit unabhängig von Kultur und Geschlecht sei.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Salutogenese,22.12.2010,
1.↑ DTV-Lexikon: Lemma Salutogenese. München 2006.
2.↑ Schliehe, F.; Schäfer, H.; Buschmann-Steinhage, R.; Döll, S. (2000): Aktiv Gesundheit fördern, Verband Deutscher Rentenversicherungsträger.
3. ↑ Singer, S. & Brähler, E. (2007): Die "Sense of Coherence-Scale". Testhandbuch zur deutschen Version. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht)