Mach mal Pause

Bei längeren Autofahrten ist es unbedingt erforderlich, einige Minimalmaßnahmen einzuhalten, wie sie bereits in einem gemeinsamen erarbeiteten Folder der ASFINAG mit dem Titel „Mach mal Pause“ dargestellt wurden:

Zehn Gebote gegen Schläfrigkeit am Steuer

1. Setzen Sie sich nur ausgeschlafen hinter das Steuer
Eine Norm für den Schlafbedarf gibt es nicht. Doch nach wie vor gilt: Zwischen sieben und neun Stunden sollte man ruhen. Daher: Vor jeder größeren Reise mit dem Auto müssen Sie mindestens drei Nächte mit ausreichendem Schlaf liegen.

2. Achten Sie im Auto auf Komfort
Der "Arbeitsplatz“ des Autofahrers muss stimmen. Richtige Sitzposition, lockere Kleidung, milde Wärme im Winter, mäßige Kühlung im Sommer etc.

3. Essen Sie richtig
Zuviel, zu schwer zu fett fördern die Müdigkeit. Ballaststoffreiche, leicht verdauliche Kost -verteilt auf mehrere kleine Mahlzeiten - wirkt dagegen günstig und zwingt außerdem zu Pausen. Essen während der Fahrt lenkt ab.

4. Trinken Sie auch während der Fahrt regelmäßig
Die Wasserflasche muss ständiger Reisebegleiter sein. Über Schweiß und Atmung geht laufend Flüssigkeit verloren. Da kann bei einer längeren Autofahrt schon viel zusammenkommen. Flüssigkeitsverlust führt zu Bluteindickung, das Gehirn wird zu wenig mit Sauerstoff versorgt. --> Müdigkeit ist die Folge. Schon zwei Prozent weniger Flüssigkeit im Kreislauf führen zu 20 Prozent weniger Konzentration!

5. Rauchen Sie nicht im Auto
Zigarettenrauch im Auto reduziert die Sauerstoffkonzentration ganz erheblich, wodurch es zu Mangelerscheinungen in Form von Müdigkeit kommt.

6. Deuten Sie Ihre Müdigkeits-Zeichen
Jeder kennt sich selbst am besten. Auch was die Zeichen der Müdigkeit betreffen. Schwere Augenlider, blinzeln, ständiges wischen durchs Gesicht, streifen übers Haar, usw. Da hilft nur eines: So rasch wie möglich Pause machen.

7. Halten Sie regelmäßige Pausen ein, machen Sie Bewegung
Auch wenn Sie sich noch gar nicht müde fühlen, sind regelmäßige Pausen ganz einfach Pflicht. Machen Sie kleine gymnastische Übungen, damit die Durchblutung wieder in Schwung kommt. Mehr Sauerstoff im Körper verhindert vorzeitige Ermüdung.

8. Pflegen Sie den "power nap"

Im 24 Stunden Zyklus hat der Mensch zwei absolute Tiefpunkte: Zwischen 01 und 03 früh und zwischen 13 und 15Uhr. Wer zu diesen Zeiten unterwegs ist, muss sich 20 Minuten Schlafpause gönnen.
Ausgedehnte Untersuchungen haben gezeigt, dass es nach dieser kurzen Schlafpause, dem so genannten "power nap" , zu einem deutlichen Anstieg von Konzentration, Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit kommt.

9. Verlassen Sie sich nicht auf Kaffee und Energydrinks

Gegen Müdigkeit gibt es nur ein Mittel: Schlaf!
Kaffee und Energydrinks wirken erstens verzögert und halten in der Wirkung nur kurz an.
Ein Ersatz für Schlaf können sie nicht sein.

10. Seien Sie kritisch zu sich selbst

Nein, sie haben sich nicht immer voll im Griff. Mit Willenskraft allein fahren Sie garantiert nicht sicherer.
Essen und Trinken kann man über längere Zeiträume kontrollieren. Das Schlafbedürfnis jedoch nicht.
Früher oder später holt sich der Körper ganz automatisch was er braucht. Also: Selbstkritik, das Eingestehen der Müdigkeit, ist der beste Schutz vor fatalen Folgen.

(Quelle: Univ.Prof. Dr. Manfred Walzl, Forschungsarbeiten aus dem Verkehrswesen,Pupillometrische Untersuchungen auf Müdigkeit bei Berufskraftfahrern und an PKW- Lenkern, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie 2008,Band174,S31ff)