Wissenswertes

Schläfrigkeit am Steuer ist ein Aspekt, der erst nach und nach in die Unfallforschung, vor allem aber auch in das Bewusstsein der Bevölkerung dringt. Zwar haben die letzten zwei bis drei Jahre eine deutliche Steigerung im Aufmerksamkeitsverhalten diesem Faktum gegenüber gebracht, doch wird dies meist nur öffentlichkeitswirksam mit dem Begriff des SEKUNDENSCHLAFES assoziiert. Festzuhalten ist jedenfalls, dass es sich beim Sekundenschlaf um einen Aspekt handelt, der die große Dimension des Problems nur in Teilbereichen widergibt.

Schläfrigkeit und Müdigkeit haben zwar unterschiedliche Ursachen, doch sollten beide Begriffe gemeinsam betrachtet werden-zumal die Auswirkungen äußerst ähnlich sind.

Schläfrigkeit

Bezieht sich, als Resultat einer physiologischen Steuerung und Notwendigkeit, normalerweise auf „das akute Bedürfnis zu schlafen“. Dieser Prozess wird durch den so genannten zirkadianen Rhythmus gesteuert, der die meisten Menschen zweimal täglich in ein Leistungstief drängt: Einmal zwischen etwa ein und drei Uhr früh, das andere Mal zwölf Stunden später, also zwischen 13 und 15 Uhr.
Medizinisch ist die Schläfrigkeit dabei von Müdigkeit zu trennen, die definitionsgemäß einen „regulären Ablauf der Arbeit verhindert.

Müdigkeit

Wird dagegen als „ Unmöglichkeit zur Fortsetzung einer regulären Arbeit mit gleichbleibender Intensität, Aufmerksamkeit und Konzentration“ gesehn. Sie wird in erster Linie durch körperliche Arbeit oder monotone Tätigkeiten verursacht, wozu z. B. das Beobachten eines Monitors aber auch lange eintönige Autofahrten zählen.

Eine Person kann demgemäß müde werden ohne deshalb schläfrig zu sein. Doch jene Faktoren die zur Müdigkeit führen, tragen die Wahrscheinlich für eine Schläfrigkeit in sich.

Für den Straßenverkehr können die unterschiedlichen Ursachen von Müdigkeit und Schläfrigkeit unbeachtet bleiben, da das Resultat äußerst ähnlich ist: In jedem Fall wird die sichere Fahrweise eingeschränkt. Beide Faktoren führen zu einer Einschränkung von Aufmerksamkeit am Steuer und können letztlich zum Einschlafen führen.

(Quelle: Univ.Prof. Dr. Manfred Walzl, Forschungsarbeiten aus dem Verkehrswesen,Pupillometrische Untersuchungen auf Müdigkeit bei Berufskraftfahrern und an PKW- Lenkern, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie 2008,Band174,S6ff,S4ff,)